Ergebnisse und Erkenntnisse

Ergebnisse und Erkenntnisse

Bei extremen Niederschlägen treten kleinräumig urbane Sturzfluten auf. RainAhead ist ein vom Bun-desministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördertes kommunales und regionales Leuchtturmprojekt für die Anpassung an den Klimawandelmit dem Ziel, die Entwässe-rungssituation planerisch zu entlasten, zukünftige Extremereignisse besser zu bewältigen und kurzfristig vor solchen Ereignissen zu warnen.

Datenverknüpfung und -bereitstellung

Eine wesentliche Grundlage des Projektes RainAhead war die Verbesserung von Informationsflüssen und Kommunikation zwischen den beteiligten Handlungsträgern untereinander und mit der Bevölkerung. Die wichtigsten Ziele waren das Aggregieren und Aufbereiten verschiedener, bislang getrennt vorliegender kommunaler Daten in einem gemeinsamen GIS, die Ermittlung von Gefährdungen und die Stärkung der Eigenvorsorge der Bevölkerung.

 

Trotz vielfältiger Datenquellen, Datenformate und unterschiedlicher geografischer Aggregationen (z.B. Punktreferenzen, Adressreferenzen, Baublockreferenzen) war es möglich, die erforderlichen Daten zum Kanalnetz, den Straßenflächen, der Altersstruktur der Bevölkerung, Gefahrgütern, Altlasten, sensiblen Bauwerken, Topografie und Gewässern miteinander auf einer Plattform zu verknüpfen. Hierbei waren unterschiedliche Verwaltungsabteilungen beteiligt, die die Daten zulieferten. Mitden so erstellten räumlichen Zusammenhängen konnten die weiteren Auswertungen geführt werden.

Einfluss der öffentlichen Akteure

Die räumlichen Informationen zur Empfindlichkeit einerseits und Exposition andererseits wurden so miteinander verschnitten, dass erkennbar wurde, wo auf Starkregen empfindlich reagierende Gebiete liegen und welche Gefährdungen im Überflutungsfall zu befürchten sind. Nach Gesprächen mit verschiedenen Anwendern wurden Starkregengefahrenkarten erstellt, deren Darstellungen an die Hochwassergefahrenkarten aus der Betrachtung von Flusshochwasser angelehnt sind. Eine ursprünglich anvisierte Vulnerabilitätsauswertung wurde als zu detailliert und zu praxisfern verworfen.

 

Um auch mit rechnerischen Methoden nicht erfassbare Kriterien wie z.B. die Kommunikation zwischen Stadtverwaltung und Bewohnern in die Betrachtung von Überflutungsgefährdungen aufnehmen zu können, wurde eine Sensitivitätsanalyse nach Frederic Vester, (VESTER, 2011) mit den Projektpartnern und mit weiteren Projektbeteiligten sowie Anwohnern unter der Fragestellung „Wie lassen sich negative Folgewirkungen von Starkregenereignissen in St. Lorenz Süd minimieren?“ durchgeführt. Als die Stellschrauben im System wurde der Einfluss der öffentlichen Akteure bzw. die Qualität der Präventionsplanung identifiziert. Die Umsetzung der Erkenntnisse setzt eine fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit in der Verwaltung voraus. Nur so können die Entwässerungssituation und deren Rahmenbedingungen in B-Plänen und/oder Flächennutzungsplänen umfassend festgelegt werden und/oder ein wasserwirtschaftlicher Begleitplan verfasst werden, der ebenfalls u.a. die Überflutungssicherheit und Implementierung von Notwasserschutzkonzepten und Notwasserwegen festlegen kann. Die Bereitstellung der Erkenntnisse erfolgte u.a. durch Workshops und Maßnahmenkataloge zur Selbstvorsorge.

 

Da es viele Daten gibt, die in unbearbeiteter Form nicht frei zur Verfügung stehen, ergab sich der offene Punkt, der kontrovers diskutiert wurde, welche Informationen Bürgern zur Verfügung gestellt werden können. Hier waren insbesondere die Fragen der Folgehaftung für Auskünfte für die Verwaltung wichtig: Wer haftet einerseits, wenn ein Grundstück an Wert verliert, weil bekannt ist, dass es bei Starkregen überflutet werden kann; Wer haftet andererseits, wenn einem Käufer eines Grundstückes verschwiegen wird, dass das Grundstück bei Starkregen überflutet wird?

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